DAS ENDE

In den Räumen eines Ladenleerstands in der Friedrichshafener Innenstadt wurden Ciril Helbocks großformatige Ölgemälde im Dialog mit den digitalen Porträtmalereien ausgestellt.

Ergänzt wurde die Ausstellung mit Exponaten des Möbel- und Modellbaukünstlers Stefan Vater.

DAS ENDE

Das Ende - ein Konzept, das wir Menschen geschaffen haben um die Welt in klare Abschnitte zu gliedern und unser Leben in eine erkennbare Struktur zu bringen.

Der praktische Nutzen ist unumstritten dennoch fürchten wir das ultimative Ende nämlich das der eigenen Existenz und so tun wir alles um es möglichst weit hinauszuzögern.

Die Idee eines ewigen Lebens scheint verlockend: keine Angst mehr vor dem Tod, unendlich viel Zeit für alles, was wir erreichen und erleben wollen.

In der Natur gibt es mikro- wie makrokosmisch betrachtet keine endgültigen Enden, sondern nur Übergänge. Sterne verglühen, nur um neue Sterne hervorzubringen. Pflanzen sterben, um dem Boden neue Nährstoffe zu geben.

Doch was bedeutet ein Leben ohne Ende wirklich?

Ohne das Bewusstsein für das Ende würde das Leben seine Dringlichkeit, seine Intensität verlieren.

Das Mysterium über das was nach diesem Ende kommt und die damit eng verbundene Frage nach dem Sinn des vorangegangen Lebens treibt den Menschen zu den wahnsinnigsten Groß- und Gräueltaten an.

Den Tod nicht als endgültiges Ende zu sehen sprengt fast unsere Vorstellungskraft. Möglicherweise eine im Überlebensinstinkt tief verankerte Blockade und gleichzeitig ein starker Katalysator für unser Schaffen.

Doch bedeutet eben jedes Ende auch immer einen neuen Anfang und somit Wandel.

Das ewige Leben - würde die Auflösung des Endes auch die Auflösung des Anfangs und somit des Wandels bedeuten?

Jede Form der Schönheit liegt in ihrer Vergänglichkeit.

Der Wert des Augenblicks liegt in seiner Endlichkeit.

Ciril Helbock